"Freie Sicht" von Marius von Mayenburg

9. März 2018 20:00
AnkunftshalleT FreieSicht3

Das Stück

Freie Sicht handelt von Terrorangst, Sicherheitswahn, allgemeiner gesellschaftlicher Verunsicherung und Kontrollverlust. Es wurde 2008 als Auftragswerk des Malthouse Theatre in Melbourne entwickelt, und unter dem englischen Titel „Moving Target“ in Adelaide uraufgeführt.

Die Figuren des Stücks sind keine Gruppe von Individuen, sondern werden zu einem ‘Schwarm‘, der sich mehr und mehr von seinen Gefühlen und Ängsten leiten lässt. ‘Gefühlte Fakten‘ bestimmen zunehmend die Entscheidungen, Bedenken und Einwände gehen unter, ein rationales Korrektiv fehlt schließlich völlig – und es kommt zur Katastrophe.

Ein Stück, das keine konkreten Bedrohungen und Terrorismus thematisiert, aber dennoch die Gefahren beleuchtet, die durch die Wahrnehmung und Verarbeitung solcher Bedrohungen entstehen: die Angst beginnt im Kopf!

 

Die Inszenierung

Vieles von dem, was wir heute in den Nachrichten sehen, hätten wir noch vor wenigen Jahren als überzeichnet und grotesk empfunden. Ein 2008 als grotesk und überzeichnet konzipiertes Stück wird somit auf bedrückende Weise aktuell:

Wovor müssen wir mehr Angst haben: vor der Bedrohung durch Terrorismus, oder vor unserer eigenen Angst davor?

Wohin treibt eine Gesellschaft, die sich nur noch von Ängsten und Bauchgefühlen leiten lässt, und in der rationale Argumente immer weniger Gehör finden?

Was opfern wir für das, was wir für das Richtige halten?

Bist du dir sicher?

 

Der Autor

Marius von Mayenburg erreichte bereits mit seinem ersten Stück “Feuergesicht“ (1997) ein breites Publikum an deutschsprachigen Theaterbühnen, und wurde u.a. 1999 von der Fachzeitschrift "Theater heute" zum Nachwuchsautor des Jahres gewählt. Seither zählt er zu den bedeutendsten zeitgenössischen deutschen Theaterautoren, dessen Stücke in über dreißig Sprachen übersetzt wurden und im In- und Ausland gespielt werden.

Seit 1999 ist er Dramaturg und Hausautor an der Berliner Schaubühne am Lehniner Platz, wo derzeit seine Inszenierung seines aktuellen Stückes “Peng“ zu sehen ist: „Eine Parabel auf Trump, auf die Neue Rechte, auf alltäglichen Sexismus und Medienrummel“ – also auf nahezu alles, was heutzutage die Schlagzeilen bestimmt. Und am Ende hat auch “Peng“ ein Loch im Kopf – sicher nicht die einzige Parallele zu “Freie Sicht“.

Inszenierung:

Jan Dittgen

Schauspiel:

Antonia Bien, Gregor Grewers, Johanna Stoots, Julia Flick, Karla Alpers, Katharina Rossi, Kathrin Gast, Laila Fischer, Matthias Kraut, Robert Secon

Regieassistenz:

Lukas Möller

Probenassistenz:

Laila Fischer, Melanie Pfeiffer, Nils Huther, Tomislav Chagall

Film:

Hendrik S. Schmitt

Choreografie:

Sarah Bürger

Produktion:

Ankunftshalle T / jugend-kultur-kirche sankt peter

 

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ANKUNFTSHALLE T

 

Das Theaterensemble Ankunftshalle T entstand aus der Zusammenarbeit der Regisseure Jan Dittgen und Hendrik S. Schmitt mit Kim Reuter (Congusto Frankfurt e.V.) sowie der jugend-kultur-kirche sankt peter.

 

Aus dieser Zusammenarbeit ergaben sich bisher die Inszenierung von 'Vorher / Nachher' (Roland Schimmelpfennig), die 2013 in sankt peter sowie im Mousonturm Frankfurt aufgeführt wurde, sowie von ‘RAUSCH‘ (Falk Richter), die im Sommer 2016 in sankt peter Premiere hatte.

 

Für die aktuelle Produktion hat sich das Ensemble erneut ein Werk eines renommierten zeitgenössischen deutschen Dramatikers ausgewählt: ‘Freie Sicht‘ von Marius von Mayenburg.

 

Allen bisherigen Produktionen ging jeweils ein mehrwöchiger Theaterworkshop voran, aus dem sich sowohl die Stückauswahl als auch das finale Ensemble ergaben. Der aktuelle Workshop wurde geleitet von Jan Dittgen, der auch für die Inszenierungen der Ankunftshalle T verantwortlich ist, jeweils mit Unterstützung durch Hendrik S. Schmitt (Film) und Sarah Bürger (Choreografie).

 

 

Jan Dittgen ist seit 1993 im Theaterbereich tätig. Von 2004 bis 2011 war er an zahlreichen Produktionen des Kölner nö-theater als Schauspieler, Produzent, Autor und Regisseur beteiligt. 'Freie Sicht' ist sein drittes Theaterprojekt in Frankfurt.

 

Hendrik S. Schmitt ist in Frankfurt und weltweit als freier Regisseur und Filmemacher tätig und betreibt die Plattform thejetlagged.com. Seine aktuelle Dokumentation 'We Live Underwater' wurde bereits auf mehreren internationalen Filmfestivals präsentiert und ausgezeichnet.

 

Sarah Bürger verfügt über jahrelange Erfahrung in verschiedenen Bereichen des klassischen und modernen Tanzes. Sie stand bei 'Vorher/Nachher' selbst als Tänzerin auf der Bühne, und hat auch die Probenarbeit zu 'Rausch' im Bereich Tanz und Choreografie unterstützt.

 

 

Ensemblemitglieder zurückliegender Produktionen:

Alexander Schmidt, Andrea Quesseleit, Andrej Levitin, Anthea Dislich, Berna Deniz, Christopher Flach, Claudius Wellen, Erik Janshon, Jan-Philipp Rumpold, Julia Flick,
Kim Reuter, Laura Dislich, Lea Walde, Lisa Christl, Nuria Garcia Alba, Ole Bechtold,
Peter Biler, Sarah Bürger, Sebastian Stein, Shanaya da Silva Pahl, Simone Beege,
Stella Berker, Tanita Wolf

Details

Datum:

9. März 2018 20:00

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Kontakt:

Katrin Dyck

Aufführungen:

08./09./10.03.18

06./07.04.18

 

Beginn:

20:00 Uhr

 

Einlass:

19:30 Uhr

 

Karten:

14€

ermäßigt 8€

 

Reservierungen:

ankunftshalle_t@gmx.de