Gründungskonzept

das Konzept

 

der Inhalt

 

1. eine Einführung

1.1 Jugend, Kultur und Kirche

1.2 die Idee jugend-kultur-kirche

1.3 der Ort jugend-kultur-kirche sankt peter

 

2. die Angebote der jugend-kultur-kirche

2.1 eine Veranstaltungskirche und Event-Agentur

2.2 mit Workshops und Seminaren

2.3 ein Restaurant- und Cafébetrieb

2.4 eine Jugendseelsorge

2.5 ein spirituelles Zentrum und Gottesdienstwerkstätten

2.6 und Förderung kirchlicher Musikkultur

 

3. Rechtsform und Finanzbedarf der jugend-kultur-kirche

3.1. die Gründung einer gGmbH in kirchlicher Trägerschaft

3.2. der Umbau zur Veranstaltungskirche - Investitionskosten

3.3 der laufende Betrieb - Personal- und Zuschussbedarf

3.4 die bisherigen und weitere Schritte zur Verwirklichung - Zeitplanung

 

1. eine Einleitung

 

1.1 Jugend, Kultur und Kirche

 

Die jugend-kultur-kirche soll ein nichtkommerzieller Ort der Kultur und Spiritualität werden. Frankfurt am Main ist eine in vieler Hinsicht multikulturelle Stadt. Das Zusammenleben der Einheimischen-, Zugezogenen-, Migrations- und Flüchtlingskulturen und die Vielfalt der Kommunikationsformen einer individualisierten Stadtgesellschaft prägen die Lebenswelten. Das gilt insbesondere für Jugendliche. Fast 40% von ihnen haben eine fremde Staatsangehörigkeit. In der Schule und in der Disco, beim Sport und in peer-groups treffen unterschiedliche kulturelle und soziale Prägungen, Vorstellungsweisen und Lebenskonzepte aufeinander; hier findet kulturelle Integration statt. In besonderer Weise erfinden Jugendliche im Streben nach einer eigenen Identität neue Szenen und Milieus, die sich gegenüber Bisherigem und Bekanntem abgrenzen. Die Medien-, Freizeit- und Konsumgüterindustrie greift Trends auf. Jugendliche reagieren darauf wiederum schnell mit neuen Ideen und Kreationen. Gruppierungen mit Zugehörigkeitsgefühl entstehen. Musik- und Modestile, Sportarten, spezifisches Freizeitverhalten, unterschiedliche Artikulationsformen, bestimmte Werte und Normsetzungen in den peer-groups beeinflussen sich gegenseitig und können sich zu Jugendkulturen verdichten. So kann z.B. die Technobewegung – in sich differenziert - als eine Jugendkultur aus den 90er Jahre angesehen werden.

 

Die Kommunikations- und Ausdrucksformen der Evangelischen Kirchen sind weitgehend durch Tradition und zeitliche Kontinuität festgelegt. Sie können mit der schnellen Entwicklung jugendspezifischer Artikulationsformen nicht einfach Schritt halten. Vor allem die Gottesdienstfeier

in ihrer musikalischen, liturgischen und lehrenden Gestaltung bietet Jugendlichen heute wenig Raum für ihre Gefühle und ihre Suche nach einem glücklichen Leben.

 

In der Evangelischen Jugendarbeit wird die kulturelle Fremde zwischen jugendkulturellen und kirchlichen Vergemeinschaftungs- und Kommunikationsformen bewusst. In der auf Freiwilligkeit und Offenheit basierenden freizeitpädagogischen Arbeit mit Jugendlichen ist es der evangelischen Jugendarbeit in Frankfurt am Main gelungen, mit ganz unterschiedlichen Milieus zu arbeiten. Jugendliche und ihre peer-groups nutzen kirchliche Räume als zentrale Treffpunkte und werden dabei pädagogisch begleitet. Die kirchliche Jugendarbeit hat sich in weiten Teilen vom Gemeindegottesdienst und von anderen traditionellen, auf zeitliche Kontinuität angelegten Veranstaltungsformen entfernt. Es gilt neue Wege der Vermittlung von “Jugendkultur” und “Kirchenkultur” zu erfinden und zu realisieren. Dieses soll eine jugend-kultur-kirche sankt peter systematisch leisten.

 

1.2 die Idee jugend-kultur-kirche

 

In einer jugend-kultur-kirche soll das Freizeitverhalten heutiger Jugendlicher und die kirchliche Tradition in einen Prozess der Wechselwirkungen eintreten können.

Die neue “Unübersichtlichkeit” der Lebenswelten führt bei Jugendlichen allem Anschein nach zu neuen religiösen Paradigmen in einem individuell zu verantwortenden Lebenskonzept. Jugendliche wissen, dass ihre Zukunft ungewiss, gefährdet und zugleich voller Chancen ist. Gegenwartsorientiert stellen sie hohe Ansprüche an die Angebote sozialen Lebens und religiöser Selbstvergewisserung. Der christliche Glaube in seiner evangelischen Tradition bietet alle Voraussetzungen, das selbstbestimmte und subjektiv zu wählende Leben von Jugendlichen zu bejahen und anzuerkennen. Indem die Kirche sich mit ihren Angeboten den Ansprüchen und dem Bedarf von Jugendlichen öffnet und Jugendlichen sowohl Gemeinschaft untereinander wie Erfahrungen des Vertrauens ins Leben ermöglicht, entsteht eine gemeinsame Suchbewegung. Die Suche der Jugendlichen nach einer dem Leben standhaltenden eigenen Identität und die Suche der Kirche nach der Gegenwärtigkeit Gottes kann sich in der jugend-kulturkirche gemeinsam vollziehen.

 

Das Projekt jugend–kultur-kirche sankt peter hat die Aufgabe vor sich, jugendkulturelle Kommunikations-, Ausdrucks- und Gefühlsweisen mit dem christlichen Glauben und den vielfältigen

jüdisch-christlichen Traditionen in Wechselwirkungen zu bringen. Die jugend-kultur-kirche bietet hierzu einen offenen Raum, der den Austausch und die Begegnung von Jugendmilieus und Jugendkulturen ermöglicht. Durch ihre “Art und Weise”, ihre Atmosphäre und die Nähe zu Seelsorge, Gebet und Gottesdienst gewinnt die Kirche ihr Profil. Jugendlichen steht es offen, sich in je eigener Weise an der Gestaltung christlicher Gemeinschaft zu beteiligen und die Formen des Feierns und der Rituale aktiv mitzugestalten.

 

Die jugend-kultur-kirche soll eine moderne, offene Veranstaltungskirche in der City Frankfurts werden. Mit einem Veranstaltungs- und Kulturmanagement, mit Konzerten, mit Parties und Kunstprojekten, mit Workshops und Seminaren, mit Gottesdienstwerkstätten und Beratung soll sie eine zeitgemäße Kirche für Jugendliche und von Jugendlichen werden. Zum Angebot gehört ein täglich von mittags bis nachts geöffnetes Café und Restaurant sowie ein Meditations- und Gebetsraum. Mit einer niedrigschwellig angelegten Jugendseelsorge und Beratung soll die jugend-kultur-kirche eine tägliche Anlaufstelle für Krisensituationen bieten.

Die jugend-kultur-kirche soll ein nichtkommerzieller Ort religiös verantworteter Kultur und Spiritualität

werden.

 

1.3 der Ort jugend-kultur-kirche sankt peter

 

Für das Projekt jugend-kultur-kirche ist die Sankt Peterskirche eine hervorragend geeignete Liegenschaft. Sie liegt auf einem Plateau mitten in einem kleinen idyllischen Park, dem Alten Petersfriedhof, zwischen Bleichstrasse und Stephanstrasse, wenige Gehminuten von der Zeil entfernt.

 

Schon in den 20er Jahren wurden hier große Jugendgottesdienste gefeiert. Seit den 60er Jahren wurde die Kirche durch die St. Petersgemeinde für Konzerte, Theateraufführungen, Grossveranstaltungen und Jugendgottesdienste zur Verfügung gestellt. Allein in den letzten vier Jahren fanden hier die unterschiedlichsten Jugendveranstaltungen statt. Technorave und Vernissage, Discos und Rockkonzerte inklusive Open-Air-Bühne, Tanzabende und Taizée-Nacht, Streetballturnier und Meditationen, Graffitiworkshops und Kleinkunst-Bühne, Abseilaktion und Nummernrevue. Dabei konnten Störungen der Anwohnerschaft vermieden werden. Selbst bei lauter Beschallung des Innenraums (110 Dezibel) wurden die behördlichen Grenzwerte an den nächstgelegenen Wohnungen immer eingehalten. Beschwerden gab es nicht. Während des Kirchentages 2001 gab es über drei Tage hinweg in der Peterskirche, auf dem umgebenden Gelände und den Flächen der Liebfrauenschule ein Festival mit täglich 15.000 - 20.000 BesucherInnen, trotz Sport & Fun-Park und vielen Aktivangeboten gab es auch hier keine Probleme mit den Anwohnern.

 

Durch die geplanten Um- und Ausbaumaßnahmen können in der Kirche Räume und die technischen Voraussetzungen geschaffen werden zur Durchführung von Großveranstaltungen bis ca. 800 Personen, für einen Seminarbetrieb, für ein Café und Restaurant, für die notwendigen Büroräume und Verkehrsflächen sowie für die weiteren räumlichen Bedürfnisse der St. Petersgemeinde. Nicht zuletzt bieten die attraktiven Flächen um die Kirche herum, einschließlich der Terrasse zum Park, ebenso wie die vielen Eingangsbereiche des Gebäudes ideale Voraussetzungen.

 

Durch einen regelmäßigen Betrieb der jugend-kultur-kirche sankt peter wird der umliegende Alte Petersfriedhof als Städtischer Park öffentlich belebt. So wird sich die dortige Drogenszene zurückziehen. Diese Einschätzung konnte während einer achtwöchigen Veranstaltungsreihe in der Peterskirche im Frühjahr 2000 bestätigt werden. Vom Gesamtensemble sind Kirche und Alter Petersfriedhof aufeinander bezogen und bilden eine attraktive Aura. Die Grabplatten berühmter Frankfurter Familien wie z.B. der Eltern Goethes, die oberhalb sich erhebende Peterskirche und die Liegeflächen auf der Wiese bieten inmitten der Frankfurter Innenstadt einen wunderbaren Ort, der durch ein schönes Terrassencafé an der Südseite der Peterskirche zusätzlich gewinnt.

 

 

 

2. die Angebote derjugend-kultur-kirche

 

Die Angebote der jugend-kultur-kirche richten sich schwerpunktmäßig an die Zielgruppe der 14-18 jährigen Jugendlichen in Frankfurt am Main und in der Region. Die jugend-kultur-kirche ist ökumenisch offen und an einem interreligiösen Dialog interessiert. Sie richtet sich an alle interessierten Jugendlichen unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Nationalität, ihrer Religionszugehörigkeit oder Weltanschauung.

 

2.1 eine Veranstaltungskirche und Event-Agentur

 

Die jugend-kultur-kirche wird eine Veranstaltungskirche sein, in der das Bedürfnis von Jugendlichen nach Events aufgegriffen und in eigenständigen Inszenierungen umgesetzt wird. Die Veranstaltungen finden schwerpunktmäßig in den frühen Abendstunden und bis Mitternacht statt. Jugendliche sollen mit ihrer Kultur gefördert werden. So werden sowohl bekannte Bands, DJs und andere Künstler aus dem professionellen und semiprofessionellen Bereich präsentiert. Vielen jungen Amateurgruppen und KünstlerInnen aus Jugendeinrichtungen, Kirchengemeinden, Musikbunkern etc. wird eine attraktive Auftrittsmöglichkeit und Förderung angeboten. Hierzu wird die jugend-kultur-kirche ein professionelles Kulturmanagement aufbauen. Die Ausstattung der Kirche mit einer anspruchsvollen Bühnen-, Licht- und Tontechnik ermöglicht der jugend-kultur-kirche, sich als Veranstaltungsort in der Rhein-Main-Region zu etablieren.

 

2.2 mit Workshops und Seminaren

 

Das Projekt jugend-kultur-kirche stellt sich als weitere Aufgabe, Jugendlichen außerschulische Bildungsangebote projektorientiert und zeitlich begrenzt anzubieten. Seminare und Workshops werden unter der Woche schwerpunktmäßig am späten Nachmittag und in den frühen Abendstunden angeboten. Am Wochenende finden sie den Tag über statt. Ob Tanzkurse oder kreatives Gestalten, ob Homepagedesign oder Sportangebote, die Seminare und Workshops können von kompetenten Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf Honorarbasis durchgeführt werden. Die TeilnehmerInnen melden sich verbindlich an und übernehmen die Kosten für Material und Honorarkräfte. Die jugend-kultur-kirche übernimmt die Organisation und das Marketing des Betriebes. Sie stellt geeignete multifunktionale Seminarräume und eine Geschäftsstelle zur Verfügung.

Durch die Vernetzung des Seminar- und Workshopbereichs mit den anderen Angeboten der jugend-kultur-kirche können kulturelle Kompetenzen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus den unterschiedlichen Milieus einen Umschlagplatz und öffentliche Ausdrucksform finden.

 

2.3 ein Restaurant- und Cafébetrieb

 

Das Projekt jugend-kultur-kirche benötigt einen Café- und Restaurationsbetrieb zum Verweilen und sich treffen, zum Essen und Trinken, zum Kontakte knüpfen und zum Austausch, zur Info und zum Vorverkauf. Mit dem Café wird die jugend-kultur-kirche täglich geöffnet sein und mit eigenen Atmosphäre, mit guter Musik und einem freundlichem Personal zum Aufenthalt einladen.

 

Moderate und für Jugendliche verträgliche Preise, gutes und preiswertes Essen, kein Verzehrzwang, abgestimmte Öffnungszeiten, abgestimmter Umgang mit Konflikten und für das Gesamtprojekt jugend-kultur-kirche engagiertes Personal sind die Rahmenbedingen für den eigenständig zu führenden Betrieb (z.B. Berufsqualifizierungsprojekt / Verpachtung etc.). Durch den geplanten Umbau der Kirche können für einen Café- und Restaurationsbetrieb ambitionierte Räumlichkeiten geschaffen werden. Mit der Außenterrasse bietet sich für das Café im Sommer eine attraktive “open-air”- Bewirtschaftung an.

 

2.4 eine Jugendseelsorge

 

Das Projekt jugend-kultur-kirche ist herausgefordert, eine niedrigschwellige und täglich erreichbare Jugendseelsorge in der Kirche anzubieten und für Jugendliche in Krisen- und Notsituationen ansprechbar zu sein. Entwickelt werden soll eine Seelsorgekonzeption von Jugendlichen für Jugendliche, ehrenamtlich durchgeführt in Anlehnung an Konzepte der peer-groupeducation. Neben dieser Arbeit können Selbsthilfegruppen mit Begleitung entstehen, z.B. zu Themen wie Verschuldung, Essstörungen, Eltern, Sucht, Arbeitslosigkeit, Internet. Die Ko nzeptentwicklung wird in Kooperation mit dem Seminar für Seelsorge in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und durch Beratung und Vernetzung mit anderen kirchlichen und kommunalen Facheinrichtungen entwickelt.

 

Die Jugendseelsorge benötigt in der jugend-kultur-kirche geeignete Räumlichkeiten, die sowohl vom Café als auch von dem täglich geöffneten Meditations- und Gebetsraum erreichbar sind. Zur  Ausbildung der Ehrenamtlichen, zur fachlichen Anleitung und zum Aufbau der Jugendseelsorge soll ein Pfarrer/einer Pfarrerin kirchlich beauftragt werden.

 

2.5 ein spirituelles Zentrum und Gottesdienstwerkstätten

 

Die jugend-kultur-kirche wird einen täglich geöffneten Sakralraum für Meditation, Stille und Gebet den Bedürfnissen Jugendlicher entsprechend gestalten. Der Sakralraum steht daneben für gottesdienstliche bzw. religiöse Veranstaltungen zur Verfügung.

Hier und in den Seminarräumen sollen Gottesdienstwerkstätten entstehen, in denen Jugendliche mit technischer, materieller und fachlicher Unterstützung Gottesdienste entwickeln, vorbereiten und durchführen können. Konfirmandengruppen aus den Kirchengemeinden Frankfurts und Umgebung wie auch Religionskurse werden unterstützt, ihre eigenen Gottesdienste zu entwickeln und lernen so die jugend-kultur-kirche kennen. Durch den Austausch mit Kirchengemeinden und Schulklassen kann die jugend-kultur-kirche zu einem geistigen Zentrum kirchlicher Arbeit mit Jugendlichen werden.

 

Die Betreuung und Leitung der gottesdienstlichen und geistigen Arbeit soll durch einen kirchlich beauftragten Pfarrer/eine Pfarrerin geschehen. Der Arbeitsbereich profitiert von den Kompetenzen der anderen Angebotsbereiche und bringt selbst seine Kompetenzen in das Gesamtprojekt ein.

 

2.6 und Förderung kirchlicher Musikkultur

 

Eine jugend-kultur-kirche benötigt Mut zu kirchenmusikalischen Experimenten. Neben der Förderung und Unterstützung der Musik in den Angebotsbereichen sollen die Kellerräume der Sankt Peterskirche mit geeigneten Proberäume ausgestattet werden um Gruppen kontinuierlich zu fördern und an die jugend-kultur-kirche zu binden.

In Kooperation mit der nahe gelegenen Musikhochschule können Studenten und Studentinnen regelmäßige Auftritts- bzw. Übungsmöglichkeiten an der Orgel oder in anderen Veranstaltungskontexten erhalten.

 

 

 

3. Rechtsform und Finanzbedarf der jugend-kultur-kirche

 

3.1 die Gründung einer gGmbH in kirchlicher Trägerschaft

 

Für die Trägerschaft und den wirtschaftlichen Betrieb des Projekts jugend-kultur-kirche wird eine gemeinnützige GmbH gegründet. Als zukünftiger Nutzer der Sankt Peterskirche kann die jugend-kultur-kirche gGmbH mit der Kirchengemeinde Sankt Peters als weiterer Nutzerin gleichberechtigt kooperieren. Mit den oben skizzierten Angeboten soll die jugend-kultur-kirche inhaltlich und betriebswirtschaftlich eigenständig geführt werden. Als Gesellschafter der gGmbH bringen sich der Evangelische Regionalverband Frankfurt am Main (ERV) und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) mit je 50 % des Stammkapitals ein. Diese können in der Gesellschaft durch leitende Personen des Evangelischen Stadtjugendpfarramtes Frankfurt am Main und des Amtes für Kinder- und Jugendarbeit der EKHN fachlich vertreten sein. Pfarrstellen können der gGmbH durch Gestellungsvertrag zugeordnet werden. Die Gründung der gGmbH ist zum 1.1.2003 geplant und begründet die haushaltsrechtliche Selbständigkeit, bis dahin ist die derzeitige Projektentwicklung im Evangelischen Stadtjugendpfarramt angesiedelt.

 

Aufgrund der Pilotfunktion des Projektes ist die Einrichtung eines wissenschaftlichen Beirates zur qualifizierten Begleitung der Konzeptentwicklung und des Betriebs ebenso wie der Aufbau eines Freundeskreises zur Unterstützung der jugend-kultur-kirche in Kirche und Gesellschaft vorgesehen.

 

3.2 der Umbau zur Veranstaltungskirche – Investitionskosten

 

Um dem Raumbedarf für die Angebote einer jugend-kultur-kirche und den Ansprüchen der Sankt Petersgemeinde für kirchengemeindliche Aktivitäten in der Sankt Peterskirche gerecht zu werden, wurden in den letzten Jahren verschiedene Umbauvarianten in Strukturstudien und vorläufige Kostenberechnungen durch Architekturbüros geprüft.

 

Der Umbau und die Ausstattung in einer günstigen Kosten-Nutzen-Relation wurde mit einem Investitionsvolumen von ca. 9 Millionen DM als möglich erachtet. Ein Architektenwettbewerb soll in diesem Budgetrahmen adäquate Lösungsmöglichkeiten eröffnen.

 

Die evangelische Kirche Hessen und Nassau und der Evangelische Regionalverband Frankfurt am Main stellen zur Finanzierung zusammen 3.067.752 € (6 Mio. DM) zur Verfügung, die Stadt Frankfurt am Main 1.585.004 € (3,1 Mio. DM).

Der Umbau soll 2003/2004 erfolgen.

 

3.3 der laufender Betrieb – Personal und Zuschussbedarf

 

Der laufende Betrieb des Projektes jugend-kultur-kirche lässt sich ohne kirchliche Zuschüsse nicht realisieren, es ist daher Bestandteil des inhaltlichen Konzepts, dass die Evangelische Kirche entsprechende Finanzmittel bereitstellt. Anderseits bietet eine jugend-kultur-kirche gute Voraussetzungen, einen erheblichen Kostenanteil durch Eintritte, Nutzungskostenbeteiligungen und durch Sponsoring bzw. Stiftungsmittel zu decken.

 

Die vorgesehenen kirchlichen Betriebskostenzuschüsse der beiden zukünftigen Gesellschafter EKHN und ERV in Höhe von zusammen 667.236 € (1.305.000 DM) gewährleisten qualitativ hochwertige Angebote und sichern die Fixkosten (Personalkosten und allgemeine Sachkosten). Unter Hinzurechnung der Eigenwirtschaftsanteile und maßnahmenbezogener Zuschüsse (ohne den eigenständig zu führenden Café-Bereich) geht die derzeitige Finanzplanung von einem Wirtschaftsvolumen von ca. 1,2 Mio. € (2,4 Mio. DM) aus.

Ein Finanzierungsplan Betriebskosten steht als Anlage zur Verfügung.

 

3.4 die bisherigen und weitere Schritte zur Verwirklichung – Zeitplanung

 

Das Projekt jugend-kultur-kirche sankt peter hatte von 1997 bis 2001 einen vierjährigen Vorlauf. In dieser Zeit wurden durch das Evangelische Stadtjugendpfarramt eine Reihe von Jugendveranstaltungen in der Sankt Peterskirche durchgeführt und für die Idee innerkirchlich und öffentlich geworben.

Zum 1.1.2002 wurde im Evangelischen Stadtjugendpfarramt Frankfurt am Main eine Projektleitungsstelle geschaffen und mit konzeptuellen Vorarbeiten, dem Aufbau eines Teams und den Vorarbeiten zur gGmbH-Gründung beauftragt, parallel zur Bauplanung des Umbaus. Die Eröffnung der jugend-kultur-kirche sankt peter ist im Frühjahr 2005 vorgesehen.

 

 

Frankfurt, den 18. September 2000, aktualisierte Fassung 01.08.2002

gez. Jürgen Mattis