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Schwache Statik: Umbau der Peterskirche wird teurer / Stadt sagt Beteiligung zu

Frankfurter Rundschau 22.08.05 v. Martin Müller-Bialon

 

Der Umbau der Peterskirche in eine jugend-kultur-kirche wird teurer als geplant. Experten schätzen die durch statische Probleme entstandenen Mehrkosten auf knapp eine halbe Million Euro. Damit steigt die Gesamtinvestition, die Kirche und Stadt gemeinsam tragen, auf mehr als fünf Millionen Euro.

 

Frankfurt: Eine gute Nachricht erhielt der Evangelische Regionalverband Frankfurt (ERV) jetzt aus dem Römer. Kämmerer und Kirchendezernent Horst Hemzal (CDU) teilte mit, er werde sich im Magistrat für eine städtische Beteiligung an den Mehrkosten stark machen.

Aber dazu ist eine Mehrkostenvorlage nötig, die neben dem Magistrat auch das Stadtparlament absegnen muss. Derzeit habe er, räumte Hemzal in dem Brief ein, „keine Ermächtigung“, zusätzliches Geld für das Projekt zu genehmigen.

Ursprünglich waren ERV, Landeskirche Hessen-Nassau (EKHN) und Stadt als gemeinsame Finanziers des Projekts jugend-kultur-kirche sankt peter von 4,6 Millionen Euro Baukosten ausgegangen. Die drei Partner hatten sich vor Beginn des Umbaus darauf verständigt, die Kosten paritätisch zu teilen. Die Peterskirche an der Bleichstraße gehört zu den „Dotationskirchen“, die von der Stadt unterhalten werden müssen.

 

In den Gemeinden umstritten

Der Umbau der Kirche hatte im Juni 2004 begonnen. Bereits nach wenigen Monaten waren an der Ostwand des Kirchenbaus überraschend statische Schwachpunkte entdeckt worden, die zu einem Stopp der Bauarbeiten führten. Ursache war Baumaterial, das beim Wiederaufbau der Kirche nach dem Krieg verwendet wurde. Die Baustelle ruhte bis Mai diesen Jahres. Erst dann konnte der Umbau weitergehen, weil der ERV zugesagt hatte, für die Mehrkosten einstweilen allein aufzukommen. Man wolle aber, so hieß es, mit dem Projektpartnern Stadt und Landeskirche über eine Kostenbeteiligung verhandeln.

Inzwischen haben die ERV-Verantwortlichen auch grünes Licht aus Darmstadt erhalten: Die Leitung der Landeskirche hat einem Antrag zur Kostenbeteiligung in Höhe von knapp 146.000 Euro stattgegeben. Das Vorhaben jugend-kultur-kirche gehört zu den Lieblingsprojekten von Kirchenpräsident Peter Steinacker. Freilich ist es an der Kirchenbasis nicht unumstritten. Wegen der hohen Umbaukosten gab es bereits heftige Kritik von Gemeindevertretern, die zurzeit Stellenkürzungen bei Sekretärinnen, Gemeindepädagogen und Küstern hinnehmen müssen.

Die Peterskirche wird im Zuge des Umbaus komplett entkernt. Zwischendecken und eine transparente „Lichtwand“ für Videoprodjektionen sollen eingebaut sowie ein Konzertsaal für bis zu 1000 Besucher eingerichtet werden. Zudem sind Konferenzräume sowie ein Café zur Grünanlage hin geplant, das von auszubildenden Jugendlichen betrieben werden soll. Für die Orgel war im Konzept der Planer kein Platz mehr; sie inzwischen nach Polen gebracht.

Der Eröffnungstermin wurde nach dem Baustopp um ein Jahr auf Sommer 2006 verschoben.

 

 
 



Titel: Schwache Statik

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