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Gotteshaus in Frankfurt komplett umgebaut
Wiesbadener Kurier Vom 26.05.2007
Von
Anne-Katrin Einfeldt
FRANKFURT Eigentlich war sie überflüssig geworden: Die Peterskirche am Rand der Frankfurter City ist seit 2002 keine Gemeindekirche mehr. Jetzt wird sie aufwendig zu einer Jugendkulturkirche umgebaut. Dort, wo früher Gottesdienste gefeiert, Konfirmanden eingesegnet und Paare getraut wurden, soll vom Herbst an fetzige Musik durch das Kirchenschiff schallen. Pfarrer Jürgen Mattis vom Evangelischen Regionalverband Frankfurt hat ein ganzes Konzept im Kopf. Kultur von Jugendlichen und für Jugendliche, Seelsorge, Gottesdienste, Workshops und ein Café sollen hier gleichberechtigt ihren Platz finden.
Pfarrer Mattis legt Wert auf ein Konzept der Öffnung für jedermann. Die Kirche soll auch eine seelsorgerische Anlaufstelle für junge Leute sein. Zielgruppe sind laut Mattis 14- bis 25-Jährige aller Nationen und Religionen. Die Peterskirche soll an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr geöffnet sein. Unter dem Dach wird ein Sakralraum eingerichtet, ein Platz der Ruhe und der Einkehr.
Im ursprünglichen Seitenschiff der Hallenkirche entsteht das Café, das 60 Sitzplätze bietet, wie Klaus Staniek, der zuständige Architekt vom Büro 54f in Darmstadt, berichtet. Das Hauptschiff wird zu einem Veranstaltungsort mit Bühne und modernster Beschallungstechnik, in dem Großveranstaltungen für bis zu 1000 Menschen möglich seien. Staniek ist sicher, dass der 2004 begonnene Umbau bis zum Herbst fertig wird: "Wir sind auf der Zielgeraden." Haupt- und Seitenschiff trennt eine Lichtwand aus Glas, bedruckt mit kleinen Kreuzen.
Mitzureden bei der Umgestaltung des Sakralbaus hatte das Landesamt für Denkmalpflege, denn die im 19. Jahrhundert erbaute Kirche steht unter Denkmalschutz. Hauptkonservator Christoph Mohr sagt, die neue Nutzung habe eine "ganz große Chance eröffnet". Die Kirche war im Zweiten Weltkrieg bei einem Bombenangriff völlig zerstört worden und erst in denSechzigerjahren wieder aufgebaut worden. Jetzt gebe es einen radikalen Neubeginn.
Die Baukosten von rund 5,5 Millionen Euro teilen sich der Regionalverband, die Stadt Frankfurt als Eigentümerin des Gebäudes und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Betreiben wird die Jugendkulturkirche eine gemeinnützige GmbH, in der die EKHN und der Regionalverband vertreten sind. Mattis betont, dass aus Kirchensteuereinnahmen nur ein Zuschuss kommt. Die Jugendkulturkirche müsse selber Geld über Eintrittsgelder oder den Umsatz in der Gastronomie beschaffen. "Das ist ein neuer Weg kirchlichen Denkens."

Titel: Kirche für die Jugend
Link: http://www.sanktpeter.com/presse/presseberichte/kirche-fur-die-jugend/index.html