Die Pezterskirche hat den Segen
Frankfurter Neue Presse vom 3.12.2007
Innenstadt. Die Adventskerze leuchtet auf der Leinwand, wechselt flexibel in der Projektion mit Liedtexten zum Gitarrenspiel der Band oder den Füßen, die in den weiten Raum gestellt werden. So modern funktioniert jugendnaher Gottesdienst im 21. Jahrhundert.
Um die Inhalte herauszustellen, griff der Präsident der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau bei der Eröffnung der Jugendkulturkirche Sankt Peter einmal mehr auf das Motto des Frankfurter Kirchentags 2001 zurück: Die Füße stehen auf weitem Raum, doch der junge Mensch verzagt oft in der Enge seiner Zukunftsängste. Hier gelte es, mit Seelsorge, Jugendpädagogik und Kultur anzusetzen.
Noch ein zweites Mal hob SchirmherrPeter Steinacker den Kirchentag 2001 hervor: „Als ich gesehen habe, wie Jugendliche sich hier rücksichtsvoll gegenseitig Platz machen, dachte ich, das wird was.“ Die ständigen Verschiebungen und Mehrkosten im Umbau seien dagegen für alle eine schwere Last gewesen. Doch dann war es soweit: Zur Eröffnungsparty am Samstagabend kamen 150 junge Partygäste, ließen sich von Kirchen- und Skylinezauber auf der Lichtwand zu Popmusik von DJ Mister Rodd und DJ Paolo Di Mezzano faszinieren. Und zum Festgottesdienst und Festakt war Sankt Peter so voll mit Ehrengästen wie zum Kirchentag 2001.
„Die Jugendkulturkirche ist ganz sicher kein Missionsobjekt, um künftige Gemeindeglieder und Steuerzahler anzuwerben“, betonte die Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Regionalverbands, Esther Gebhardt. Vielmehr sei sie ein Geschenk an die Jugend, ein Angebot an eine Generation, in der einige ohne Halt in Gefahr zu geraten drohten. Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) hob die besondere Verantwortung der Stadt nicht nur wegen der für die Innenstadt prägenden Dotationskirche hervor. Vielmehr sei die Jugendkulturkirche eine wichtige Investition in die Zukunft einer städtischen Gesellschaft, deren Verfassung von christlichen Werten getragen werde.
Vor der Schlüsselübergabe ließ das Architekturbüro 54 f humorvoll kommentiert die Umbaugeschichte als Multimedia-Vision vorbeiziehen, von der mittelalterlichen Kirche bis zur Nutzung der fertig gestellten Räume. Technisch ist Sankt Peter gerüstet: Nun muss das jugendliche Gotteshaus mit Leben und Inhalten gefüllt werden. (got)





